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Wasserversorgung der Karstinsel Brač

Aktualisiert: 22. Jan. 2023


Die Insel Brač in Kroatien ist die drittgrößte Insel der Adria. Die Insel ist berühmt für ihre weißen Kalksteine, aus denen viele berühmte Wahrzeichen auf der ganzen Welt gebaut wurden, darunter das Weiße Haus in Washington D.C., das Parlamentsgebäude in Wien und der Diokletianpalast in Split. Die meisten Steinbrüche sind noch aktiv und es können an vielen Geschäften Souvenirs aus Kaltstein erworben werden.


Da es auf vielen mediterranen Inseln an Frischwasser mangelt, ist eine der wichtigsten Faktoren, die das Leben auf einer Insel beeinflusst, die Verfügbarkeit von Frischwasser. Flache Karstinseln sind entscheidend von dünnen Süßwasserlinsen abhängig. Durch die Süßwassrlinsen entstehen artesische Brunnen, die das Meerwasser überlagern und als Quellen für die Wasserversorgungzu zu Tage treten.


Die Inselwelt ist zunehmend anfälliger für Dürren. Das sich ändernde Klima bringt höhere Temperaturen und weniger Niederschläge mit sich. Rund 20% der Gesamtbevölkerung des Mittelmeerraums leben unter permanentem Wasserstress. Auch durch den Tourismus wird gerade in den wasserknappen Sommermonaten mehr Wasser benötigt und auch vermehrt das Grundwasser durch ungeklärtes Abwasser kontaminiert.


Deswegen wurde auch auf der Insel Brač in den letzten Jahren weniger Regenfall und eine erhöhe Luft. bzw. Meerwassertemperatur gemessen. Sollten diese Prozesse auch in Zukunft voranschreiten, dann ist das verletzliche Ökosystem der Insel in Gefahr. Durch die Einwirkung von Oberflächenwasser im Karstgestein ist auf der Insel ein System von hunderten Kavernen, Höhlen und Gruben entstanden. Durch die Verkarstung fließt das Wasser sehr schnell von der Oberfläche in den Untergrund ab.


Folgende sechs Grundwasserhabitate der Insel sind im Rahmen unserer Untersuchung vor Ort besichtigt worden: 1. “Martinica” Quelle 2. “Minjera” Miene 3. “Jama u Kotliću” Grube

4. “Jama na Bijaki” Grube

5. “Jama u Podstražišću” Grube

6. “Studenac” Quelle


Die Quelle "Martinica" in Bol ist in zwei Wasserhabitate unterteilt. Der Hauptstrom vom Quellenwasser ist limnisches Wasser. Das anchihaline Wasser fließt in tiefere Schichten, wo es eine Trennschicht zum salzhaltigen Meerwasser bildet.


In der Grube "Jama u Kotlicu", in Busko Blato und in der Miene "Minerva" beträgt übers Jahr zirka 10 Grad und entspricht somit der durchschnittlichen Lufttemperatur.


Bei allen Quellen gilt, dass es sich um ein hartes, kalziumreiches, Grundwasser handelt.

Aufgrund der Salzeintragung sind die Sedimente im Grundwasser limnisch und anchihalin (Altgriechisch ἄγχι ánkhi = nahe und ἅλινος hálinos = Salz).


Außerdem gibt es in der Nähe vom Dorf Nerežišća eine antike Wassermühle, die Dunaji Nerežišća, die jedoch im Sommer vollständig austrocknet. Das Wasser von der Mühle wird nicht zur Wasserversorgung herangezogen.


Von wo kommt das Leitungswasser auf der Insel Brač?

Das Leitungswasser auf der Insel Brač stammt aus Regenwasser, Oberflächenwasser und dem über Jahre angesammelten Grundwasser. Seit den Siebzigerjahren wird die Wasserversorgung auf der Insel auch über eine Wasserleitung vom Festland versorgt.


In den letzten zehn Jahren hat die Niederschlagsmenge um 20 Prozent abgenommen. Bis 2010 waren es ebenfalls 20 Prozent weniger Regen, aber für den Zeithorizont von 60 Jahren. Die Lufttemperatur hat im selben maße zugenommen. Beide geänderten Parameter stellen einen zusätzlicher Stressor für die endemische Fauna und Flora dar. Die Ergebnisse der chemischen Analysen vom Grundwasser lassen sich nicht mit Analysen anderer Gebiete vergleichen. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass der Grundwasserhaushalt zumindest auf dem jetzigen Niveau aufrecht zu erhalten ist um ein Aussterben endemischer Arten nicht zu gefährden.


Auf der Insel Brač gibt es das Problem der Grundwasserkontamination Aufgrund von Sickergruppen, undichte septische Tankanlagen, Überdüngung in der Landwirtschaft und dem Einsatz von landwrtschaftlichen Chemikalien. Die dadurch verursachte Kontamination stellt eine Gefahr für die Menschen, Tiere und der Landwirtschft dar.



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