Wie in Island - Landschaftliche Doppelgänger in Europa
- Manfred Preyer
- 29. Jan. 2025
- 12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
In diesem Reiseblog dreht sich alles um landschaftliche Doppelgänger mit einem Bezug zu Island. Ihr Island-Urlaub ist nicht nur auf die Vulkaninsel beschränkt, sondern Sie können heiße Quellen, Vulkanlandschaften und den Norden vor Ihrer Haustüre genießen. Abgeschlossen wird dieser Blog mit der Idee Arbeit und Natur zu verbinden. Hier werden Coworking-Spaces mit Bezug zu Wasser aufgezählt.
Wir haben unseren Blog in folgende Kapitel unterteilt:
Heiße natürliche Quellen wie in Island
Landschaftliche Doppelgänger der Vulkaninsel in Europa
Nordische Erlebnisse und Coworking-Spaces
Heiße natürliche Quellen wie in Island
Die Nutzung der meisten Quellen reicht bis in die Römerzeit zurück, ähnlich wie in Island, wo heiße Quellen seit der Besiedlung durch die Wikinger eine zentrale Rolle spielen. Dieser Blog untersucht die geologischen Ursprünge, kulturelle Bedeutung und touristische Erschließung der heißen Quellen in der Alpe-Adria-Region – mit Blick auf Parallelen und Unterschiede zu Island.
Thermalquelle Maibachl - Ein heißer Hauch des Frühlings
Das Maibachl ist ein kleiner Bach, der von einer unterirdischen Thermalquelle gespeist wird. Am meisten warmes Wasser gibt es in den Frühlingsmonaten, aber auch nach Regen kann die Wassertemperatur vom Maibachl angenehm warm sprudeln. Sobald der Schnee zu schmelzen beginnt und die ersten warmen Sonnenstrahlen die Erde erwärmen, fängt das Maibachl an zu fließen. Ihr heißes, mineralhaltiges Wasser ist bekannt für seine heilenden Eigenschaften und lockt Abenteuerlustige aus nah und fern an. Zwei natürliche und fast kreisrunde Kieselbecken laden zum Badenden mitten im Wald ein. Dann spricht sich die Kunde vom warmen Wasser im Maibachl schnell herum und es finden sich viele Leute an den beiden entspannenden Becken zum Baden ein.
Der Warmbach mündet in die Drau und ist ein weiteres Beispiel für die thermische Energie der Region. Sein warmes Wasser wird ganzjährig durch unterirdische Quellen vom Warmbad Villach gespeist und schafft ein einzigartiges Mikroklima, das eine üppige Vegetation und eine vielfältige Tierwelt begünstigt. Unter Wasser wirkt der Bach exotisch, weil Aquarienbesitzer Zierfische und Pflanzen freigesetzt haben. Speziell bei der Autobahnbrücke kann diese tropische Unterwasserlandschaft vom Ufer aus beobachtet werden. Der Bach ist nicht nur ein Naturwunder, sondern auch ein historisches Relikt, das bereits von den Römern genutzt wurde. Der Hungerbach ist weniger bekannt aber umso faszinierender. Er fließt durch das gleichnamige Tal und zeigt ebenfalls thermische Einflüsse. Sein warmes Wasser ist ein Hinweis auf die vulkanische Vergangenheit der Region. Im meist ausgetrockneten Bachbett vom Hungerbaches finden sich klar segmentierten Konglomeratgestein. Historisch gesehen hat der Name hat tatsächlich etwas mit Hunger zu tun. Als Folge von sehr starken Niederschlägen beginnt die Quelle zu fließen. Die darunter liegenden Landwirtschaft leidet dann unter Überschwemmungen und in der Folge an Missernten, was bei den Menschen zu Hunger führte. Eine besonders schwere Hungersnot ereignete sich im Jahr 1315-1317 durch starke, sintflutartige Regenfälle.
Entlang des Römerweges findet sich der Römerbrunnen, eine in Stein gefasste kalte Quelle, die schon den Römern klares, kühlendes Quellwasser gespendet hat. Die kalte Studenca-Quelle ist beschildert und wenige Meter vom Maibachl entfernt und nur dann wasserführend, wenn auch die Quelle vom Maibachl sprudelt.
Als entspannenden kleinen Tipp empfehlen wir die Therme Warmbad-Villach.


Hévízer See in Ungarn
Der Hévízer See ist der größte natürliche Thermalsee Europas und liegt am Westufer nicht weit weg vom Plattensee. Das Wasser enthält Schwefel, Radium und andere Mineralien und bleibt das ganze Jahr über warm.

Thermalsee in Heviz und Viti-See in Island
Der größte natürliche Thermalsee in Heviz beeintruckt nicht durch seine Größe und der angenehmen Wassertemperatur, die es ganzjährig ermöglicht zu Schwimmen. Leider ist ein Eintritt zu bezahlen und die Thermalanlage ist teilweise in die Jahre gekommen.
Im Winter ist der Thermalsee von Heviz mit seinem Heilwasser ein Erlebnis wie in Island. Die Spitztürmchen inegrieren sich hervorragend in die Landschaft. Bei Schnee ist ein nordeuropäische "Touch" vorhanden.

Klevevž in Slowenien
Klevevž ist ein Geheimtipp und gesundheitsfördernd für ihr natürliches Thermalwasser. Das Wasser hat das ganze Jahr über eine Temperatur von 21-25°C und befindet sich in einem Steinbecken, in dem man auch im Winter baden kann. Die Umgebung um Klevevž ist sehr reizvoll. Es gibt eine Durchbruchschlucht vom Bache Radulja und kleine Wasserfälle. Die historischen Überreste der Burg Klevevž und die nahegelegenen Kras-Höhlen runden ein entspannendes Ausflugsprogramm.

Cascate del Mulino in Italien
Cascate del Mulino mit ihren heißen Wasserfällen befindet sich in der Toskana, am Fuße des Vulkans Monte Amiata. Das schwefelhaltige Wasser hat eine Temperatur von etwa 37°C und wird seit der Römerzeit für seine heilenden Eigenschaften geschätzt.
Die Cascate del Mulino in der Nähe der Terme di Saturnia liegen in der südlichen Toskana, etwa 2,5 Autostunden von Rom entfernt. Die nächstgelegene Stadt ist Manciano. Am einfachsten erreicht man die Quellen mit dem Auto, da öffentliche Verkehrsmittel nur begrenzt verfügbar sind. Parkplätze sind in der Nähe vorhanden. Im Gegensatz zu vielen isländischen Quellen ist der Zugang hier kostenlos, obwohl es auch ein luxuriöses Spa, das Saturnia Spa, mit Eintrittsgebühren gibt.

Der isländische Doppelgänger ist die blaue Lagune.

Chorvátsky Grob in der Slowakei bei Bratislava
Aber es gibt auch heiße Quelle mit einem nicht natürlichen Ursprung. Zum Beispiel in der Slowakei, ganz in der Nähe von Bratislava unweit vom kleinen Dorf Chorvátsky Grob befindet sich ein nicht verschlossenes Bohrloch, wo heißes Wasser in eine Betonwanne fließt und darüberhinaus einen kleinen Teich gebildet hat. Die frei zugängliche Fläche mit Parkplatz wird von der einheimischen Bevölerung rege genutzt und ist auch ein Naturparadies mit einer einzigartigen Flora, Fauna und Tierwelt. Mit Navigationsgerät finden Sie die Stelle unter "Termálny prameň".

Llixhat e Bënjës in Albanien
In Albanien finden Sie in atemberaubender Natur warmen Quellen in der Nähe des Dorfes Benjë, etwa 14 km von der Stadt Përmet entfernt. Diese heißen Quellen, bekannt als Llixhat e Bënjës, werden seit der Antike für heilende Zwecke und der Entspannung genutzt.
Das Wasser enthält Mineralien wie Chlor, Natrium und Kalzium und hat eine Temperatur zwischen 23 und 32 °C. Die Quellen sind in einem malerischen Tal gelegen und bieten mehrere Becken zum Baden. Besucher können das trübe, blaue Wasser genießen. Die Quellen sind kostenlos und ein beliebter Ort für Urlauber und Einheimische. In Përmet und Benjë gibt es eine gute, meist günstige, touristische Infrastruktur auch mit unterschiedlichen Unterkunftsarten. Vor Ort in Gehweite von den Becken gibt mehrere Campingplätze. Für die Anreise empfiehlt sich der Individualverkehr, weil Busverbindungen gibt es nur bis Përmet.

Campi Flegrei in der Nähe von Neapel in Italien
Die Phlegräische Felder, Campi Flegrei oder übersetzt brennenden Feldern sind ein großes, aktives Caldera-System mit starker hydrothermaler Aktivität. Die Reykjanes-Halbinsel, insbesondere das Gebiet um Grindavík und das Svartsengi-Kraftwerk, sind Aufgrund der hydrothermale Felder mit ihren Fumarolen (Dampfaustritte), Solfataren (Schwefelgas-Austritte), Heißen Quellen und Schlammtöpfen sehr ähnlich
Terme di Bagni San Filippo
Terme di Bagni San Filippo in der Toskana
Diese Thermalquelle liegt in der Nähe des Ortes Bagni San Filippo, etwa 1,5 Stunden südlich von Siena. Die Anfahrt erfolgt am besten mit dem Auto, da es keine direkten Bahnverbindungen gibt.
Die Wassertemperatur variiert zwischen 25°C und 48°C, je nach Becken. Die berühmte **"Balena Bianca"** (Weißer Wal) ist eine Kalksteinformation, die an das isländische Thermalgebiet Hveravellir erinnert. Es gibt sowohl kostenlose Becken als auch das kleine, kostenpflichtiges Thermalbad "Terme San Filippo".

Thermalsee von See Pačir im Westen von Serbien
Der Thermalsee von Pačir gehört zu den ungewöhnlichsten Badeorten in Serbien. Besonders auffällig ist die rosa Farbe vombWasser, die durch Mineralstoffe wie Jod, Brom und andere Salze entsteht. Das Thermalwasser stammt aus großer Tiefe und erreicht an der Quelle hohe Temperaturen und wird für Badegäste abgekühlt. Viele Besucher nutzen den See zur Entspannung oder wegen der besonderen Atmosphäre. Durch den hohen Salzgehalt fühlt sich das Wasser weich an und man kann im Wasser leicht Schweben ähnlich wie in Salzseen. Die touristische Infrastruktur ist einfach, aber funktional. Es gibt Liegeflächen, Umkleiden und kleinere gastronomische Angebote. Viele Reisende schätzen die ruhige ländliche Umgebung fernab vom Massentourismus.
Die Anreise erfolgt meist mit dem Auto über Ungarn oder über größere Städte wie Novi Sad und Subotica. Von Wien aus eignet sich Pačir gut für einen mehrtägigen Roadtrip. Unterkünfte sind vergleichsweise günstig.
Im Vergleich zu Thermalbädern in Island wirkt Pačir deutlich kleiner und weniger modern. Landmannalaugar kann man wegen der färbigen Eisenminerale und des vulkanischen Gesteins in der teilweise rot, orangen oder pinken Färbung. Die heißen Quellen selbst sind aber eher klar bis grünlich.
Landschaftliche Doppelgänger von Island in Europa
Ísafjörður und seine Doppelgänger in Hallstatt und Geirangerfjord:
Besonders die Region um Ísafjörður in den Westfjorden erinnert mit steilen Felswänden und ruhigem Wasser an Hallstatt. Die Fjorde sind tief eingeschnitten, einsam und von kleinen Dörfern gesäumt. Aber auch die Snæfellsnes-Halbinsel wird oft als „Island in Miniatur“ bezeichnet, mit Fjorden, Bergen und Küstenlandschaften, die Hallstatt in ihrer Vielfalt nahekommen.

Der Hallstätter See - der "stille Fjord" in Oberösterreich
Der Hallstättersee, eingebettet in die majestätische Kulisse des Salzkammerguts, ist ein alpines Juwel von seltener Schönheit. Sein Wasser schimmert in tiefem Blau, gespeist von klaren Gebirgsquellen und umrahmt von steilen Felswänden. Die Oberfläche wirkt oft wie ein Spiegel, der die umliegenden Gipfel und das pittoreske Dorf Hallstatt reflektiert – ein Anblick, der weltweit Bewunderung findet.
Hallstatt selbst ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut“. Die Region blickt auf über 7000 Jahre Salzabbau zurück und gilt als Wiege der Hallstattkultur. Das historische Salzbergwerk, die prähistorischen Gräber und das Welterbemuseum zeugen von dieser tief verwurzelten Geschichte.
Wer dem Trubel entkommen will, sollte die Ostseite des Sees erkunden. Der Ostuferwanderweg führt durch stille Wälder und vorbei an versteckten Buchten – perfekt für ein Picknick mit Aussicht. Besonders lohnenswert ist ein Abstecher zur Hirschaualm, wo man mit Blick auf den See regionale Spezialitäten genießen kann. Ein weiteres Highlight ist die Koppenwinklalm nahe Obertraun, ein abgeschiedener Ort mit kristallklaren Bächen und urigen Hütten.
Von Salzburg oder Linz erreicht man Hallstatt bequem mit dem Zug über Attnang-Puchheim und Bad Ischl. Die letzte Etappe erfolgt per Fähre über den See – ein Erlebnis für sich. Autofahrer können über die B145 anreisen, sollten jedoch früh parken, da Hallstatt größtenteils autofrei ist.
In der Umgebung locken weitere Naturschauplätze: Die Dachstein-Eishöhlen und die spektakuläre „5fingers“-Aussichtsplattform bieten atemberaubende Panoramen. Auch der Gosausee mit Blick auf den Dachsteingletscher ist nur eine kurze Fahrt entfernt und lädt zum Wandern und Staunen ein.
Der Hallstätter See ist mehr als ein Fotomotiv – er ist ein Ort, an dem Wasser, Geschichte und stille Magie verschmelzen. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt hier eine Welt, die weit über das Postkartenidyll hinausgeht.

Ísafjörður und Geirangerfjord
Wer etwas weiter weg will, kann in Norwegen den Geirangerfjord, auch UNESCO-Weltnaturerbe sehr ähnlich in Stimmung und Topografien erleben.
Der Lovatnet-See mit seinem türkisblaues Wasser, eingerahmt von schneebedeckten Bergen, ist ein Doppelgänger. Das Romsdalen-Tal mit dem Rauma-Fluss und dramatischen Bergkulissen bietet es eine alpine Ruhe wie in Ísafjörður oder im Salzkammergut.

Vatnajökull und seine alpinen Doppelgänger mit glazialen Landschaften in Tirol
Tirol beherbergt Gletscher- und Hochgebirgslandschaften wie die Axamer Lizum in den Stubaier Alpen, die mit ihren schroffen Felsformationen und Eisflächen an Islands Gletscher wie den Vatnajökull erinnern. Die Axamer Lizum bietet ähnlich karge, von Eis geformte Landschaften und eignet sich für Gletscherwanderungen, die in Island ebenfalls populär sind. Der Lustige Bergler Steig ähnelt mit seinen schwarzen Bergwegen und steilen Klippen den basaltischen Felsformationen Islands. Auch wenn vulkanische Elemente fehlen, die moosbewachsenen Almen ähneln ebenfalls der isländischen Vegetation.
Auch der Kaunertaler Gletscher mit seiner Aussichtsplattform am Dreiländerblick zeigt eine vergleichbare Majestät zu isländischen Gletscherpanoramen. Oder die Zillertaler Arena mit ihren wunderschönen Almen bieten eine islandgleiche karge Almlandschaft. Die kargen Hochplateaus der Stubaier Alpen oder des Ruhegebiets Kalkkögel erinnern an die unwirtliche Schönheit isländischer Hochlandebenen.
Zumindest preislich halten die Almhütten in Tirol mit der Gastronomie in Island mit.

Die Fjorde und steilen Klippen der Färöer erinnern stark an Ostisland und bieten eine ähnliche Mischung aus Wasser, Fels und Nebel. Leider fehlen auf den Färöer-Inseln die heißen Quellen.
Bild - Färöer Inseln
Die Fjorde und steilen Klippen der Färöer erinnern stark an Ostisland und bieten eine ähnliche Mischung aus Wasser, Fels und Nebel. Leider fehlen auf den Färöer-Inseln die heißen Quellen.

Pamukkale in der Türkei:
Bekannt für seine weißen Sinterterrassen, die durch heiße Quellen entstehen, ist Pamukkale ein beeindruckendes Naturwunder in der Türkei. Die heißen Quellen haben eine Temperatur von etwa 37°C.

Nordische Erlebnisse
Nordische Restaurants in Mitteleuropa
Die Hemma - Bar & Restaurant – Skandinavisches Restaurant & Cocktailbar im 1. Bezirk in Wien bekocht Sie mit moderner und klassischer skandinavischen Gerichten und nordisch inspirierten Cocktails.
Das Nordic Ski Center in Alpe di Siusi in Südtirol, Italien ist ein Bergrestaurant mit Namen „Nordic“ auf der Seiser Alm. Es bietet eher regionale Südtiroler Küche und Berggerichte, aber der Name und die Lage sind nordisch-inspiriert.
Wasserfälle wie in Island in der Alpen-Adria-Region
Dynjandi ist einer der isländischen Wasserfälle, der dem Stuibenfall in Tirol am ähnlichsten wirkt – vor allem aufgrund der Staffelung über mehrere Stufen und der beeindruckenden Erscheinung in der Landschaft. Fallhöhe: ~159 m in zwei Stufen.


Gollinger Wasserfall in Salzburg ist der beste Skógafoss-Doppelgänger in Österreich:Zweistufig, aber der untere Fall wirkt wie eine gerade, kraftvolle Wand.Sehr fotogen, leichter Zugang, viel Sprühnebel → ähnliches Erlebnis wie Skógafoss.Einer der meistfotografierten Wasserfälle Österreichs.


Österreichische “Doppelgänger” zu Foss á Síðu ist sind die Gasteiner Wasserfälle in Salzburg, wo mehrere schlanke Stufen, die durch den Ort fallen – ähnlich markant wie Foss á Síðu an der Felswand über der Farm.


Arktische Kälte in Mitteleuropa
Das Grünloch ist eine topografische Senke in den nordöstlichen Kalkalpen, in der Nähe von Lunz am See, die aus klimatologischer Sicht ein außergewöhnliches Beispiel für extreme bodennahe Kälte in mittleren Breiten darstellt. Trotz seiner Lage weit südlich des Polarkreises wurden dort Temperaturen gemessen, die mit den kältesten Regionen Nordeuropas vergleichbar sind und teilweise Werte erreichen, wie sie sonst nur aus arktischen Binnenlagen bekannt sind. Dieses Phänomen ist nicht durch großräumige Klimafaktoren erklärbar, sondern durch lokale Prozesse, die im Kern jenen ähneln, die auch in arktischen Kaltluftsystemen wirksam sind.
Zentral ist die Ausbildung eines stabilen Kaltluftsees. In klaren, windschwachen Hochdrucklagen kühlt der Boden durch langwellige Ausstrahlung stark aus. Die darüberliegende Luft verliert ebenfalls Energie, wird dichter und sinkt gravitativ in die Senke ab. Aufgrund der schüsselförmigen Topografie kann diese kalte Luft kaum abfließen und wird von wärmerer Luft überlagert. Es entsteht eine ausgeprägte Temperaturinversion mit extrem geringer vertikaler Durchmischung. Dieser Mechanismus ist identisch mit jenen Inversionslagen, die in arktischen Tälern, in Nordskandinavien oder auf dem grönländischen Inlandeis zur Ausbildung persistenter Kälte führen, unterscheidet sich jedoch im räumlichen Maßstab.
Die gemessenen Minimaltemperaturen im Grünloch liegen deutlich unter dem regionalen Klimaniveau der Ostalpen und fallen in einen Bereich, der selbst für viele nordeuropäische Messstationen ungewöhnlich ist. Damit demonstriert das Grünloch, dass arktische Temperaturregime nicht zwingend an hohe Breiten gebunden sind, sondern unter geeigneten geometrischen und strahlungsphysikalischen Bedingungen auch in gemäßigten Zonen auftreten können. Entscheidend ist die Kombination aus nächtlicher Strahlungskälte, abgeschlossener Geländeform und atmosphärischer Stabilität.
Im Kontext des Klimawandels besitzt das Grünloch besondere Bedeutung als natürliches Mikrolabor. Während die mittleren Wintertemperaturen in Mitteleuropa deutlich ansteigen und Frosttage seltener werden, zeigt sich, dass lokale Extremkälte weiterhin möglich bleibt, sofern synoptische Bedingungen dies zulassen. Allerdings nimmt die Häufigkeit jener stabilen Hochdrucklagen ab, die für die Ausbildung extremer Inversionen notwendig sind. Das Grünloch reagiert damit ähnlich wie arktische Regionen, in denen sich der Temperaturanstieg vor allem im Mittelwert zeigt, während punktuelle Kälteextreme nicht vollständig verschwinden.
Aus klimatologischer Perspektive erlaubt das Grünloch einen direkten Vergleich zwischen alpinen Mikroklimata und arktischen Kältesystemen. Es verdeutlicht, dass Kälte kein ausschließlich geographisches, sondern ein physikalisches Phänomen ist, das aus der Energiebilanz zwischen Boden, Atmosphäre und Topografie resultiert. Damit stellt das Grünloch einen einzigartigen Referenzraum dar, um Prozesse zu untersuchen, die für das Verständnis nordeuropäischer und arktischer Klimadynamik ebenso relevant sind wie für die Bewertung zukünftiger Extremereignisse in einer sich erwärmenden Welt.
Coworking Spaces am Wasser
Haben Sie schon darüber nachgedacht, wie es ist inmitten atemberaubender Natur zu arbeiten? Dieser Blog klärt Sie auf, wo ein modernes Arbeitsumfeld in der Natur angeboten wird.
Hier erfahren Sie, wo es moderne Arbeitsplätz mit einer Aussicht auf die faszinierende nordische Landschaft für kurz- oder längerfristige Aufenthalte zum Mieten gibt. Diese Standorte bitten allesamt einen Blick in die Natur. Das kann eine Aussicht auf das arktische Meer, Flüsse, Fjorden, Gletschern oder Strand sein. Coworking-Spaces ohne Aussicht auf die Natur sind, werden hier wegen der fehlenden Nähe zur Natur nicht kartographiert.
Island:
Die Coworking-Infrastruktur mit sechs Locations ist überschaubar, aber sehr modern. Die Standorte sind phänomenal! In Reykjavik sind die Arbeitsplätze sehr zentral am Hafen gelegen. Der größte Anbieter Regus hat Top Standorte mit modernster Ausstattung; Tagespässe sind hochpreisig. Über Monatsmieten sind weniger kostenintensiv. Trotzdem hoffen wir, dass alles gutgehen wird, oder wie die Isländer sagen „Þetta reddast“:
Regus - Mulaberg
Regus Harbour Square, Kalkofnsvegur 2, 3rd Floor, 101 Reykjavík
Hotel Kea, Hafnarstræti 87-89, 600 Akureyri
Blabankinn (The Blue Bank), Fjarðargata 2, 470 Thingeyri, Westfjords
Grönland: In Grönland gibt es derzeit nur einen Coworking-Space im Hotel Narsaq. Da Grönland souverän ist, befindet es sich außerhalb von EU-Roaming und es fallen sehr hohe Roamingkosten an. In der Hauptstadt Nuuk ist es schwer ein freies WLAN aufzufinden. In Kangerloussuaq gibt es WLAN beim Flughafenhotel, wo auch Postkarten aufgegeben werden können. Ganz traditionell und familiär ist das Zusammenleben mit Kaffemik – also Kaffee und Kuchen gemeinsam verbringen.
Norwegen:
In Norwegen gibt es zahlreiche Coworking-Space in der Nähe vom Meer, Fluss oder See. Auch hier bietet Regus eine flexible Coworking-Lösungen mit 23 Standorten an. In Oslo selbst gibt es einen Coworking-Space direkt am Meer, die anderen sind in der Stadt gelegen. An nachfolgenden Standorten können Sie die norwegische Kunst Friluftsliv, was so viel bedeutet, wie im Freien zu leben, kennenlernen:
Auch in Svalbard auf Spitzbergen gibt es den Coworking-Space Arctic-Coliving:Wie wäre es mit einem Trip im Kajak in Nordaustlandet? Die Dokumentation Kajakfahren über abgelegene Eiswasserfäll zeigt was Extremsportler leisten.
Dänemark: In Dänemark gibt es vier Coworking-Spaces, die nicht weit vom Meer entfernt sind und wo Sie Hygge, den gemütlichen dänische Lebensstil erfahren können:
Talent Garden CopenhagenDanneskiold-Samsøes Allé 41, 1434 København, Denmark
CoastWork in Westdänemark:Rødspættevej 5, 6960 Hvide Sande, Dänemark
Niederlande The Social Hub Coworking The HagueHoefkade 9, 2526 BN Den Haag, Netherlands
