Österreichs Zukunft: Autarkie statt Wohlstandsträgheit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Wohlstandsträgheit heilt sich nicht selbst durch Alkohol oder Psychopharmaka. Sondern wir brauchen Ideen und Kraft diese umzusetzen. Wir müssen die Abhängigkeit von Öl und Gas beseitigen und Autark werden, sonst bleiben hohe Energiepreise und Verslummung. Mehr Hitzewellen, Dürren und Starkwetterereignissen befeuern nicht nur die Entgletscherung, sondern lassen uns erahnen was da noch alles so auf uns zukommen wird.

Österreich kann technisch gesehen seinen gesamten Energieverbrauch innerhalb von einem Jahrzehnt selbst decken. Hierfür bedarf es einen Ausbau der Geothermie und Erdwärme/Kälte, der Energiespeicherung in Speicherkraftwerken und von Wärme, Kälte und Strom, sowie die Nutzung von Abwärme, Kälte, Biogas und Sonnen-und Windenergie. Unterm Strich soll dann nicht mehr an fossilen Energie verbraucht werden, wie in Österreich selbst gefördert wird.
Aber da gibt es leider noch neue Herausforderungen sich an den Klimawandel anzupassen. Wir brauchen ein Dürremanagement mit dem Ziel, Wasser in niederschlagsreichen Zeiten besser zu speichern und in Trockenperioden verfügbar zu machen. Wasserspeicher, Rückhaltebecken, Stauseen und Renaturierung von Flüssen, Auen und Wiedervernässung von Mooren und versickerungsfähiger Böden um die Grundwasserstände wieder aufzufüllen. Ziel ist eine langfristig gesicherte Wasserversorgung.
Wir setzen im Rahmen unserer Kundenprojekte im Bereich kritischer Infrastruktur und in der Wasserwirtschaft die Grundlagen um unsere Gesellschaft zu schützen. In unseren Blog-Beiträgen Galerie "Wasser und wir" erfahren Sie mehr über unsere Projekte und viel Wissenswertes über Wasser.
Der nachfolgende Teil beschäftigt sich mit der langfristigen Entwicklung in Österreich.
Was sind Beispiele für eine erfolgreiche Deindustrialisierung?
Im Gegensatz zu einer gescheiterte Deindustrialisierung bedeutet eine erfolgreiche Deindustrialisierung, dass eine Region oder ein Land den Übergang von einer Industrie-basierten Wirtschaft hin zu einer diversifizierten und modernen Wirtschaftsstruktur effektiv und nachhaltig bewältigt hat. Dieses Ergebnis ergibt sich aus einer Reihe von koordinierten Maßnahmen und Strategien, die darauf abzielen, wirtschaftliche Resilienz, soziale Stabilität und neue Wachstumschancen zu schaffen.
Es gibt einige Beispiele von Regionen und Programmen, die den Übergang von einer stark industriell geprägten Wirtschaft hin zu zukunftsfähigen Wirtschaftsstrukturen erfolgreich gemeistert haben. Diese Erfolge beruhen oft auf einer Kombination aus innovativer Wirtschaftspolitik, gezielten Investitionen und der Fähigkeit, neue Wirtschaftssektoren zu erschließen:
Bilbao, Spanien: Bilbao erlitt nach dem Niedergang der Schwerindustrie in den 1980er Jahren einen dramatischen Abschwung. Durch gezielte Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Kultur, wie den Bau des Guggenheim-Museums, konnte sich die Stadt erfolgreich als Zentrum für Dienstleistungen und Tourismus neu positionieren. Diese Maßnahmen haben Bilbao zu einem Modell für städtische Erneuerung gemacht.
Auffallend ist der universitäre Karakter, ein hervorragender Nahverkehr mit Ubahn, Straßenbahn und auch E-Bussen. Darüberhinaus gibt es viele breite Gehwege, moderne Brücken und kostenfreie Funiculare, Erholungsgebiete mitten in der Stadt, wie zum Beispiel entlang vom Fluß Nervión, wo auch das Guggenheim-Museum angesiedelt ist. Auch in Bezug auf die eigenständige baskische Identität und Sprache Euskara ist es gelungen durch Infrastrukturmaßnahmen und eine eigene Steuerpolitik zu deeskalieren.
Eindhoven, Niederlande: Ursprünglich eine Stadt, die stark von der Elektronikindustrie (Philips) abhängig war, veränderte Eindhoven ihre wirtschaftliche Basis durch Innovationscluster, Fokussierung auf Forschung und Entwicklung sowie Kooperation zwischen Universitäten und Unternehmen. Projekte wie der "High Tech Campus" haben die Region in ein Zentrum für Technologie und Innovation verwandelt.
Pittsburgh, USA: Nach dem Kollaps der Stahlindustrie hat sich Pittsburgh mit Erfolg auf Bildung, Gesundheitsdienstleistungen und Technologie konzentriert. Die Zusammenarbeit mit Universitäten wie Mellon University hat die Stadt zu einem Vorreiter in Bereichen wie Robotik und Biotechnologie gemacht.
Manchester, Vereinigtes Königreich: Diese Stadt erlebte einen schweren wirtschaftlichen Rückgang nach der Deindustrialisierung. Durch Investitionen in den Bildungssektor, Medien, Kultur und Sport (wie die Verstärkung bedeutender Fußballvereine und den Ausbau von Medienzentren) hat sich Manchester erfolgreich neu positioniert und erlebt ein wirtschaftliches und kulturelles Wiederaufleben.
Öresund-Region (Kopenhagen-Malmö), Dänemark/Schweden: Diese grenzüberschreitende Initiative nutzte Infrastrukturprojekte wie die Öresundbrücke, um die Wirtschaft der Region zu stärken. Durch Kooperationen in Bildung und Technologie wurde die Region zu einem Zentrum für nachhaltige Entwicklung und Innovation.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass erfolgreiche Umstellungen in der Regel auf gut koordinierten Strategien beruhen, die eine klare Vision für die wirtschaftliche Zukunft, Investitionen in Bildung und Infrastruktur, Kooperation zwischen Regierungen, Universitäten und der Wirtschaft sowie eine Anpassungsfähigkeit an neue Marktbedingungen erfordern. Sie zeigen auch, dass kulturelle und gesellschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle bei der Umgestaltung von Industrien spielen können.
Welche Länder haben wegen Deindustrialisierung den größten Schaden erlitten?
Die Auswirkungen der Deindustrialisierung sind vielfältig und hängen stark von der Fähigkeit eines Landes oder einer Region ab, wirtschaftliche Strukturen anzupassen und neue Wachstumssektoren zu entwickeln. Länder und Regionen, die besonders stark von den negativen Folgen der Deindustrialisierung betroffen sind, weisen oft folgende charakteristische Probleme auf:
Vereinigtes Königreich: Vor allem in den 1980er Jahren erlitten viele Regionen des Vereinigten Königreichs, insbesondere im Norden Englands, Schottland und Wales, erhebliche wirtschaftliche und soziale Schäden durch den Verlust traditioneller Industrien wie der Kohle-, Stahl- und Textilproduktion. Der Rückgang führte zu hoher Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichem Niedergang in diesen Gebieten.
Vereinigte Staaten ("Rust Belt"): Der sogenannte "Rust Belt", der sich über Teile von Pennsylvania, Ohio, Michigan, Indiana und Illinois erstreckt, erlitt signifikante wirtschaftliche Rückschläge, als viele Produktionsstätten schlossen oder ins Ausland verlagert wurden. Die Region erlebte einen Rückgang von Arbeitsplätzen, Bevölkerungsabnahme und damit einhergehende soziale Probleme.
Osteuropa: Viele Länder in Osteuropa, die stark auf veralteten Industrien basierten, erlitten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wirtschaftliche Verluste. Die Deindustrialisierung und der Übergang zu marktwirtschaftlichen Strukturen verursachten wirtschaftliche Härten und soziale Umbrüche.
Deutschland (Ruhrgebiet): Obwohl Deutschland insgesamt relativ erfolgreich in der Weiterentwicklung seiner Wirtschaft war, hat das Ruhrgebiet den Niedergang von Bergbau und Schwerindustrie stark gespürt, was noch immer zu wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen führt.
Frankreich (Nord- und Ostfrankreich): Regionen in Nord- und Ostfrankreich, die stark von der Schwerindustrie abhängig waren, mussten erhebliche strukturelle Anpassungen vornehmen und erlebten Arbeitslosigkeit sowie Bevölkerungsrückgang.
Italien (industrieller Norden): Einige Regionen Italiens, insbesondere im industriellen Norden, wurden ebenfalls negativ von der Deindustrialisierung betroffen, vor allem durch die Verlagerung der Produktion an kostenreduzierende Standorte.
Belgien (Wallonien): Die stark industrialisierte Region Wallonien in Belgien hat einen signifikanten Niedergang der Schwerindustrie erlebt. Der Rückgang der Kohle- und Stahlproduktion hat zu hoher Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Schwierigkeiten geführt, während die Region gleichzeitig versucht, sich neu zu erfinden und zu diversifizieren.
Südafrika: Der Rückgang bestimmter Industrien, insbesondere im Bergbau, hat ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft Südafrikas gehabt, verschärft durch deshalb nicht gelöste soziale und wirtschaftliche Probleme.
Russland: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion führten Deindustrialisierung und wirtschaftlicher Wandel in bestimmten Regionen zu erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, insbesondere in Gebieten mit ehemals großer Schwerindustriekonzentration.
Die Fähigkeit eines Landes oder einer Region, diese negativen Auswirkungen zu bewältigen, hängt stark von Faktoren wie der Flexibilität des Arbeitsmarkts, der Investition in Bildung und Qualifikation, der Förderung von Innovation und Technologie sowie der Schaffung eines günstigen Geschäftsumfelds ab. Entscheidend ist auch die staatliche Unterstützung beim Strukturwandel und der wirtschaftlichen Diversifikation. Die Deindustrialisierung oft eng mit dem globalen wirtschaftlichen Wandel und der Verlagerung industrieller Produktionsorte verbunden ist. Die Auswirkungen variieren stark, je nach regionaler Politik, wirtschaftlicher Resilienz und der Fähigkeit, in Bildung, neue Technologien und Infrastrukturen zu investieren. Die Bewältigung der Folgen der Deindustrialisierung stellt viele dieser Regionen vor langfristige Herausforderungen in Bezug auf wirtschaftliche Erneuerung und soziale Integration.
Welche wirtschaftliche Kosten sind mit der Deindustrialisierung verbunden?
Die wirtschaftlichen Kosten der Deindustrialisierung können erheblich sein und sich auf verschiedene Bereiche der Gesellschaft auswirken. Einige zentrale Wirtschaftskosten, die häufig mit der Deindustrialisierung verbunden sind genannt wurden in der folgenden Auflistung:
Arbeitslosigkeit
Verlust von Löhnen und Einkommen
Verslummung
Verschuldung
Abwanderung
Kapitalverlust und Wertminderung
Wie die oben eingeführte Auflistung deutlich zeigt, sind diese Kosten vielfaltig und betreffen fast alle Bereiche von sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sphären der Menschlichkeit. So umfangreiche Konsequenzen der Deindustrialisierung unterstreichen die Notwendigkeit für gezielte Wirtschaftsstrategien und politische Maßnahmen, die darauf abzielen, den Übergang von einer industriellen hin zu einer diversifizierten Wirtschaft zu unterstützen. Dazu können Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Innovation und die Entwicklung neuer Sektoren gehören, um langfristig die wirtschaftliche Resilienz zu stärken.

Was sind Beispiele für eine noch nicht erfolgreiche Deindustrialisierung?
Der Begriff „gescheiterte Deindustrialisierung" beschreibt den Prozess, bei dem der Übergang von einer Industrie-basierten Wirtschaft zu einer diversifizierten und modernen Wirtschaftsstruktur nicht erfolgreich verläuft.
Es gibt mehrere Beispiele für gescheiterte Versuche, die Auswirkungen der Deindustrialisierung abzuschwächen oder wirtschaftliche Übergänge zu managen. Während einige Regionen oder Programme erfolgreich in neue wirtschaftliche Strukturen übergehen konnten, hatten andere mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen.
Hier sind Beispiele für misslungene Deindustrialisierung:
Detroit, USA: Das bekannteste Beispiel ist die Stadt Detroit, die einst das Herz der amerikanischen Automobilindustrie war. Trotz zahlreicher Bemühungen, die wirtschaftliche Struktur zu diversifizieren und die Stadt zu revitalisieren, führten eine Vielzahl von Faktoren, darunter Korruption, schlechte Verwaltung und unzureichende Investitionen in Bildung und Umstrukturierung, zu langanhaltender wirtschaftlicher Niedergang und Bevölkerungsverlust.
Mittlerer Westen der USA ("Rust Belt"): Der "Rust Belt", einst ein Zentrum der Schwerindustrie, hat lange unter den Auswirkungen der Deindustrialisierung gelitten. Obwohl es einige erfolgreiche Ansätze zur Erneuerung gegeben hat, haben viele Städte und Regionen noch immer mit hohen Arbeitslosenzahlen, Armutsraten und infrastrukturellen Herausforderungen zu kämpfen, was auf unzureichende und unkoordinierte politische Maßnahmen hinweist.
Nordfrankreich (Nord-Pas-de-Calais): Diese Region war traditionell stark von der Kohle- und Stahlindustrie abhängig. Die Umstrukturierungsprogramme für den Übergang zu einer diversifizierten Wirtschaft waren unzureichend und führten zu einer hohen Arbeitslosenquote und anhaltenden sozialen Problemen, da viele neue Industrien und Unternehmungen nicht die erwarteten Ergebnisse brachten.
Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung: Nach der Wende wurden viele Industrien in der ehemaligen DDR geschlossen oder privatisiert, oft mit der Absicht, moderne und wettbewerbsfähige Wirtschaftsstrukturen zu schaffen. Der Übergang war jedoch oft durch fehlende Investitionen, ineffektive Managementstrategien und soziale Spannungen geprägt, was zu anhaltenden wirtschaftlichen Disparitäten im Vergleich zu Westdeutschland geführt hat.
Clydebank, Schottland: Einst ein Zentrum des Schiffbaus, litt Clydebank unter der Schließung von Werften und einem Mangel an Alternativen zur Arbeitsplatzschaffung. Die Umstellung auf andere Sektoren kam spät, und die wirtschaftlichen Programme konnten den Rückgang nicht signifikant ausgleichen.
Lothringen, Frankreich: Diese Region war stark von der Stahlindustrie geprägt. Der Niedergang dieser Industrie in den 1980er Jahren führte zu hoher Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichem Niedergang. Trotz staatlicher Programme zur wirtschaftlichen Diversifizierung und Erneuerung haben viele Initiativen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, was zur Abwanderung der Bevölkerung und anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen führte.
Süditalien: In Regionen wie Kalabrien und Sizilien wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um die wirtschaftliche Struktur zu diversifizieren. Allerdings sind bürokratische Hürden, Korruption und ein Mangel an Infrastruktur häufige Probleme gewesen, die die erfolgreiche Umsetzung der Programme behindert und die Abhängigkeit von traditionellen, oft informellen Wirtschaftszweigen verstärkt haben.
Nordengland (z. B. Newcastle, Sunderland): Die traditionelle Schwerindustrie, einschließlich Kohle und Schiffbau, ging stark zurück. Trotz verschiedener Regenerationsprojekte und Investitionen in Bildung und Infrastruktur bleiben viele Gebiete wirtschaftlich benachteiligt, da neue Industrien nicht in ausreichendem Umfang angezogen werden konnten.
Bulgarien und Rumänien nach der Wende: Diese Länder litten unter dem Zusammenbruch von großen staatlich betriebenen Industrien. Der Übergang zur Marktwirtschaft war geprägt von Unsicherheiten und ineffektiven Umstrukturierungen, die oft nicht in der Lage waren, nachhaltige wirtschaftliche Alternativen zu schaffen. Abwanderung und anhaltende Arbeitslosigkeit in ehemaligen Industriegebieten waren die Folge.
Wales, Vereinigtes Königreich: Die Schließung von Kohlebergwerken und Stahlwerken hat Regionen in Wales schwer getroffen. Viele Versuche der wirtschaftlichen Neupositionierung blieben hinter den Erwartungen zurück. Der Mangel an hochqualifizierten Arbeitsplätzen und Investitionen in neue Industrien führte zu lang andauernden wirtschaftlichen Herausforderungen.
Diese Fälle zeigen, dass der Umgang mit Deindustrialisierung oft fehleranfällig ist, wenn nicht ausreichend in langfristige Planung, Bildung, Infrastruktur und die Schaffung neuer wirtschaftlicher Möglichkeiten investiert wird. Um solche Probleme zu überwinden, sind umfassende, integrierte Strategien erforderlich, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und strukturelle Aspekte berücksichtigen. Ein nachhaltiger Erfolg erfordert ein Zusammenspiel von Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um Resilienz und Anpassungsfähigkeit in betroffenen Regionen zu fördern.
Probleme bei diesen Initiativen umfassen häufig mangelnde langfristige Planung, unzureichende Unterstützung für betroffene Gemeinschaften, fehlende Investitionen in Bildung und Umschulung sowie das Versäumnis, effektiv neue Industrien oder Sektoren anzuziehen. Erfolgreiche Deindustrialisierungsstrategien müssen allerdings nicht nur von wirtschaftlichen, sondern auch von sozialen und politischen Faktoren unterstützt werden, um nachhaltig wirksam zu sein.
Einige Faktoren, die hierzu führen, sind:
Komplexe Ursachen: Die Herausforderungen der Deindustrialisierung sind oft das Ergebnis globaler wirtschaftlicher Kräfte, technologischer Veränderungen und unvorhersehbarer Marktbedingungen, was es schwierig macht, individuelle Verantwortlichkeiten klar zuzuweisen.
Langfristige Prozesse: Deindustrialisierung und wirtschaftlicher Wandel sind Prozesse, die sich über viele Jahrzehnte erstrecken können. Die Verantwortlichen für die ursprünglichen strategischen Fehlentscheidungen sind oft nicht mehr im Amt oder in der Branche tätig, wenn die negativen Auswirkungen spürbar werden oder öffentlich anerkannt werden.
Kollektive Struktur: Entscheidungen, die zu Deindustrialisierung führen, werden oft von mehreren Akteuren zusammengetroffen, einschließlich Regierungen, lokalen Behörden, Unternehmen und internationalen Organisationen. Dies führt zu geteilter und unklarer Verantwortung.
Politische Verantwortlichkeit: In demokratischen Systemen haben Bürger die Möglichkeit, politische Führer durch Wahlen zur Verantwortung zu ziehen. In einigen Fällen können Politiker abgewählt oder nicht wiedergewählt werden, wenn ihre Wirtschaftspolitiken als gescheitert wahrgenommen werden. Die Realität jedoch zeigt, dass diese, mindestens theoretische Möglichkeit sehr selten, wenn überhaupt, sich verwirklicht. Beste Beispiel dafür: keine Verantwortung für die Entscheidungsträger, die den Ausstieg von Deutschland aus Atomenergie bewilligt haben.
Öffentliche Kritik und Skandale: In einigen Fällen kann öffentliche Kritik oder mediale Aufmerksamkeit eine Form von Verantwortlichkeit darstellen, da sie die Karrierechancen der Verantwortlichen beeinflussen kann. Jedoch ist dies eher eine informelle Konsequenz ohne rechtliche Implikationen.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass solche Dynamiken stark kontextabhängig sind und auf verschiedene Länder und Binnenpolitiken unterschiedlich wirken. In autoritären oder weniger transparenten politischen Systemen ist es möglich, jedoch kann auch schwieriger sein, Einzelpersonen konkret zur Verantwortung zu ziehen. Stattdessen konzentrieren sich Bemühungen in enttäuschenden Deindustrialisierungssituationen oft darauf, Lösungen zu finden, die wirtschaftliche und soziale Stabilität zurückbringen, anstatt Schuldzuweisungen vorzunehmen.
