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Geothermie in Island

Aktualisiert: 18. März



Seismische Aktivität vor etwa 16 bis 18 Millionen Jahren hat die Entstehung der Island-Landmasse verursacht. Bodenhebung und Erdbebentätigkeit sind auf der isländischen Reykjaneshalbinsel bis zum heutigen Tag weiterhin erhöht. Es manifestiert sich entlang des Magmatischen Gangs nördlich von Grindavik erhöhte vulkanische Tätigkeit mit einem weiteren Ausbruch am Fagradalsfjall seit 17. März 2024. Grindavik und die blaue Laguna wurden abermals evakuiert, aber die Stromleitungen vom Svartsengi-Kraftwerk blieben von der Lava verschont.


Natürliche hydro- und geothermische Ressourcen haben Island zum weltweit größten Produzenten grüner Energie gemacht. 323.002 Isländer und über 2 Millionen Touristen pro Jahr werden derzeit zu mehr als 85 Prozent mit erneuerbarer Wärme und Strom versorgt. Etwa 87% aller Gebäude in Island werden mit Erdwärme beheizt. Und etwa 99,9 % vom Strom stammen aus nachhaltigen Quellen, drei Viertel aus Wasserkraft und das letzte Viertel aus Geothermiekraftwerken. Ein verschwindender Anteil von 0,1% sind fossiler Herkunft.


Frühe Nutzung der Geothermie:

Bereits vor über tausend Jahren entdeckten die Wikinger die ersten heißen Quellen in Island und nutzten sie für Bäder und Heizungen. In den 1930er Jahren begann man mit der Erforschung der geothermischen Energie.


Erstes Geothermiekraftwerk:

Das älteste Geothermiekraftwerk in Island ist das Bjarnarflag-Kraftwerk im Nordosten der Insel. Es wurde 1969 in Betrieb genommen und liefert eine elektrische Leistung von 3,2 Megawatt. Es markierte den Beginn der großflächigen Nutzung von Erdwärme zur Stromerzeugung und Heizung.


Entscheidung während der Ölkrise:

Während der Ölkrise in den 1970er Jahren traf Island die Entscheidung, die erneuerbare Energien wie Wasserkraft und Geothermie massiv auszubauen. Diese Mammutaufgabe führte zu einer nachhaltigen Energieversorgung und einem starken Ausbau der Geothermie, von dem alle Isländer und Besucher der Insel profitieren.


Heutige Situation:

Island ist heute ein Vorreiter in der Nutzung von Geothermie. 65 % des Primärenergiebedarfs werden mit Erdwärme gedeckt. Etwa 26,6 % der isländischen Stromerzeugung stammen aus geothermischen Quellen. Die Erdwärme wird nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch zur Beheizung von Gebäuden und zur Versorgung von Haushalten genutzt. Island ist somit

Vorreiter in der Energiewende und langfristiger Speicherung von Kohlendioxid.


Allgemeiner Überblick über die Geothermie in Island:

Island verfügt über eine ungewöhnliche Fülle aktiver Vulkansysteme (unterschiedliche Zählweisen sind möglich, es gibt über 30 Vulkansystemen. Forscher in Island haben sich lange auf die Erforschung der Zusammenhänge zwischen geologischen Gegebenheiten, der Erdwärme, der Wasserwirtschaft und der Energieforschung konzentriert.


Isländische Haushalte zahlen für Warmwasser und Heizung zusammen nicht mehr als 20 € pro Monat für ein normal isoliertes Einfamilienhaus. Mit der Restwärme werden manche Straßen und Gehsteige in Reykjavík und Akureyri im Winter beheizt. Im Allgemeinen gibt es in den isländischen Fernwärmenetzen keinen geschlossenen Wasserkreislauf, sondern das heiße, meist schwefelhaltige Wasser natürlichen Ursprungs oder mittels Wärmetauschverfahren erhitztes Wasser wird mit ca. 60–90 °C direkt zu den Abnehmern geleitet. Dort wird es nach Gebrauch mit etwa 30–40 °C Restwärme im Kanal entsorgt oder aber auch in Whirlpools oder Schwimmbecken im Freien geleitet bzw. zur Eisfreihaltung genutzt. Sollte dieses warme „Abwasser“ zur direkten Nutzung in Schwimmbecken etc. aufgrund der Inhaltsstoffe nicht geeignet sein, so wird damit via Wärmetauscher sauberes Trinkwasser für diesen Zweck aufgeheizt und genutzt.

 

Geothermiekraftwerke in Island


Svartsengi-Kraftwerk: Dieses Kraftwerk befindet sich im Svartsengi-Geothermalfeld etwa 4 Kilometer südwestlich von Grindavík. Es nutzt das hochtemperierte geothermische Wasser zur Stromerzeugung.


Nesjavellir-Geothermiekraftwerk:

Etwa 30 Kilometer (18,6 Meilen) nordöstlich von Grindavík gelegen, ist das Nesjavellir-Geothermiekraftwerk eines der größten in Island. Es zapft das Nesjavellir-Geothermalfeld an, wo heißes Wasser und Dampf aus der Tiefe der Erdkruste aufsteigen. Das Kraftwerk nutzt diese geothermische Ressource zur Erzeugung von Strom und Warmwasser für die Fernwärmeversorgung.

Die kombinierte Wärme- und Stromerzeugung von Nesjavellir trägt maßgeblich zur nachhaltigen Energieversorgung Islands bei.


Hellisheiði-Geothermiekraftwerk:

Das Hellisheiði-Kraftwerk, etwa 20 Kilometer (12,4 Meilen) östlich von Grindavík gelegen, ist eine weitere wichtige geothermische Anlage.

Es greift auf das Hellisheiði-Geothermalfeld zu, das über hochtemperierte Reservoire verfügt.

Photo - Generator vom Hellisheiði-Geothermiekraftwerk

 

In der Nähe vom Svartsengi-Kraftwerk und der Blauen Lagune befindet sich die international einzigartige Industrieanlage der Firma CarbFix, die Kohlendioxid (CO₂) durch die Bildung von Carbonatmineralien in Stein umwandelt.


CarbFix ist ein bahnbrechendes Projekt, das die CO₂-Emissionen auf innovative Weise bewältigt.

CO₂ in Stein verwandeln: CarbFix nutzt eine natürliche und dauerhafte Speicherlösung, indem es CO₂ in Gestein unter der Erde über folgende chemische Reaktion umwandelt: CaO + CO₂ → CaCO3

MgO + CO₂ → MgCO3


Dieser Prozess dauert weniger als zwei Jahre. Das injizierte CO₂ reagiert mit dem Gestein und wird dauerhaft gespeichert. Die Kapitalkosten sind gering, und das Risiko von Leckagen wird durch sofortige Löslichkeit im Untergrund eliminiert.

Die Methode wurde unabhängig von DNV zertifiziert und hat internationale Aufmerksamkeit erregt. Sogar die US-Energieministerin Jennifer Granholm besuchte Carbfix.


Bild: Anlage von CarbFix


 

Photo - Ruhiger Seitenarm der Blauen Lagune


Die Bláa Lónið, auf Deutsch auch Blaue Lagune, ist ein Thermalfreibad bei Grindavík auf der Reykjanes-Halbinsel in Island. Der See entstand als „Abfallprodukt“ des nahe gelegenen Geothermalkraftwerks Svartsengi, das die Energie des gleichnamigen Vulkansystems nutzt. Dort wird ein Gemisch aus Meer- und Süßwasser aus einer Tiefe von etwa 2000 Metern zur Oberfläche gepumpt, wo es zur Stromerzeugung und zum Betrieb eines Fernwärmenetzes genutzt wird. Anschließend fließt es in das umliegende Lavafeld. So bildete sich dort ein Salzwassersee in der typisch blau-weißen Farbe, die von Kieselalgen herrührt. Zuerst kam die lokale Bevölkerung auf die Idee, darin zu baden, bis schließlich das Thermalbad errichtet wurde. Dieses pumpt mittlerweile auch eigenes Thermalwasser aus der Erde. Einen besonderen Reiz hat das Baden in der Winterzeit. Das Wasser im Thermalbad hat eine Temperatur von etwa 37 bis 42 °C und enthält Mineralsalze, Kieselerde und Algen. Der See hat eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern. Zusätzlich gibt es Sauna und Dampfbad, ein Luxushotel und Restaurants. Es besteht ein Shuttle-Service vom Flughafen Kevlavik.


Neben der blauen Lagune kann ein Besuch der kommerziellen Quellen, wie zum Beispiel der Sky Lagoon, Secret Lagoon, Geosea - Geothermal Sea Baths, Myvatn- oder Vok-Bäder wärmstens zur Entspannung empfohlen werden.


 

Natürliche heiße Quellen in Island


1. REYKJADALUR in Hveragerði an der Ringstraße

Durch das üppige grüne Reykjadalur, was "dampfendes Tal" bedeutet, fließen unzählige heiße Quellen in den XXX Fluß. Wenn Sie flussaufwärts gehen, wird das Wasser immer heißer und Sie können in denzahlreichen Pools baden. Der unverwechselbare Blauton vom Wasser ist auf Schwefel zurückzuführen, also entfernen Sie vor dem Baden Kupfer- oder Silberschmuck, da dies zu Verfärbungen führen kann. Das milchblaue Wasser kommt von bis zu 25 m unter der Erde.

Oberhalb Bachquerung wird das Wasser immer wärmer und es gibt von Menschenhand angelegte türkisfarbene heiße Steindämme, wo man wie im Pool baden kann. Am Holzweg befinden sich mehrere Holzwände, wo man sich umziehen kann. Beim Aufstieg vom zahlungspflichtigen Parkplatz mit sehr gutem Cafe kommt man zuerst an Geysiren und heißen Schlammlöchern vorbei. Der Wanderweg zu den heißen Badequellen führt über einen Bergkamm, wo man linksseitig im Tal den imposanten Djúpagilsfoss Waterfall sehen kann.


→ Koordinaten: 64.032083, -21.215594

Biegen Sie 40 Kilometer von Reykjavik entfernt in Hverager∂i am ersten Kreisverkehr an der Ringstraße R1 links ab und folgen Sie der Brei∂amörk Straße bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Ende. Alternativ können Sie in Hverager gratis parken und über den geologischen Lehrpfad entlang des Flusses bis zum Ausgangspunkt am Parplatz gehen. Danach folgen Sie den gut beschilderten Weg für ca. 3 km nach Reykjadalur.




Durch KI generiertes Bild von Reykjadalur


2. STÓRAGJÁ am Myvatn-See in Reykjahlíð an der Ringstraße

Märchenhafte heiße Quelle am Boden einer dampfenden Lavafalte. Derzeit ist die Temperatur zum Baden sicher, wird aber aufgrund des Algenwachstums nicht empfohlen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Schilder zu lesen und auf der Grundlage der neuesten Ratschläge zu entscheiden, ob Sie schwimmen möchten.


→ Koordinaten: 65.638563, -16.909893

Diese Quellen befinden sich an einem abgelegenen Orten und daher haben wir WG54-Koordinaten anstelle von Adressen. Um diese auf einer Karte zu finden, kopieren Sie sie einfach in Google Maps oder einen ähnlichen digitalen Kartendienst.

Lassen Sie Ihr Fahrzeug an der Straße an der Kreuzung der Route 1 und der Route 848 in Reykjahlið und folgen Sie dem offensichtlich markierten Weg.




Durch KI generiertes Bild


3. SELJAVELLIR Schwimmbad an der Südküste von Island in Rauðafell an der Ringstraße

Eingebettet in ein schmales Tal im Schatten des berüchtigten Vulkans Eyjafjallajökull ist dies das älteste Schwimmbad Islands. Es wurde 1923 von Mitgliedern einer Jugendbewegung als Lehrpool zu einer Zeit gebaut, als die Mehrheit der Isländer in der Fischereiindustrie arbeitete, aber die Schule verließ, ohne jemals schwimmen zu lernen. Auf der Seite eines Berges gelegen, wird es sowohl von heißem Wasser gespeist, das von der Felswand sickert, als auch von einem Rohr aus einer nahe gelegenen Quelle. Es ist 25 m mal 10 m groß, hat eine sehr einfache Umkleidekabine und wird von Freiwilligen betrieben. Es gibt keine Gebühr. Schwimmen Sie Längen oder genießen Sie einfach die zerklüftete Landschaft.


→ Koordinaten: 63.559243, -19.622395

Schalten Sie die R1 auf die R242 aus, die mit Raufarfell gekennzeichnet ist. Fahren Sie weiter bis zum Ende der Straße, um einen Parkplatz zu finden. Ignorieren Sie das Zeichen für Seljavellir. Gehen Sie vom Parkplatz aus für ca. 20 Minuten auf einem rauen Weg in Richtung des Talbodens und der Pool wird in Sicht kommen.


4. HELLULAUG in den Westfjörden in Flókalundur an der Nationalstraße 62

Ein natürlicher Whirlpool, der zwischen den Felsen am Ufer versteckt ist, etwa 500 m vom Hótel Flókalundur entfernt. Bei Flut können Sie sich abkühlen, indem Sie ins Meer springen. Westlich von Hellulaug unter der zerstörten Farm von Hella befindet sich ein weiterer Pool aus Rasen, der kürzlich restauriert wurde. Die Wassertemperatur liegt bei etwa 38°C. Toller Meerblick.

→ Koordinaten: 65.57256, -23.17208

Ca. 2 km südwS des Dorfes Flókalundur, direkt an der R62, am Ufer auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses zur Siedlung.

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