Wie uns Internetseiten (irre)führen können


Informationstechnologie, oder kurz IT, ist ein technisches Fachgebiet. Also – per Definition – soll man sich in diesem Gebiet mit hoher Präzision und Genauigkeit bewegen. Die angesprochene Präzision und Genauigkeit betreffen nicht nur den Code von Programmen und Seiten, aber vor allen – in Hinblick auf die Nutzung von IT - die Benutzerführung, also einfache Benutzereingaben und eine intuitive Navigation auf der Internetseite.


Wir alle verwenden heutzutage die verschiedensten Dialogprogramme, entweder als Apps auf einem Handy oder surfen die Internetpräsenz direkt an. Endgeräten haben höchst unterschiedliche Bildschirmauflösungen, die Übertragung läuft über variable Bandbreite mit unterschiedlichen Response-Zeiten der Internetverbindung und unzähligen Eingabemöglichkeiten. Auf dem Handy oder manche Laptops haben einen Touchscreen. Am Handy gibt es keine rechte Maustaste. Es kann auch ein Eingabestift am Tablet in Verwendung sein. Vielleicht ist das Endgerät ein Gaming-PC mit Drei-Tasten-Maus mit oder ohne Scrollrad und mit hochauflösenden Monitoren.


Wie sollen auf diesen Seiten eingebaute Dialoge und dadurch auch die Benutzer geführt werden?

Die erste und die wichtigste Antwort: intuitiv. Das heißt, dass der Benutzer durch den Schirm in Zuge des Dialoges so geführt werden soll, dass in möglichst wenigen Schritten (Klicken), ohne umherzuirren, ihr oder sein Ziel (= Abschluss einer Transaktion) erfolgreich und fehlerfrei durchgeführt wird. Das ganze soll natürlich ohne vorheriges Lesen von Anleitungen, ohne lange Überlegungen oder doppelte oder nicht notwendige Benutzereingaben erfolgen.


Und was bieten uns die Serviceanbieter an?

Jede und jeder, die oder der ein Paar von Apps oder Internetseiten besucht und verwendet hat, konnte – auf Grund verschiedener Erfahrungen und erlebten Irritationen – seine eigene Meinung dazu haben.


Bei dem Versuch auf im Titel gestellte Frage „Wie uns die Internetseiten (irr)führen können“ zu beantworten werden wir hier uns nicht mit vorsätzlich gebauten betrügerischen Seiten beschäftigen, das haben wir schon auf folgender Beitrag erläutert.


Was alles kann uns in die Irre führen?

  • Tippfehler in Namen oder Worten;

  • Fehlende, automatisierte oder falsche Übersetzungen

  • Bilder, die keine logische oder sachliche Verbindung zu Seiten Inhalt haben;

  • Mehrdeutige Begriffe, die zu gleichen Ziel (= Auswahl von Tätigkeiten) führen sollen, wie z.B. auf einer Stelle „Bestellen“, auf anderer „Beantragen“ oder „Auftrag öffnen“ u.s.w.;

  • Fehlende oder falsche Navigation durch logische Fehler bei Seiten Design (nicht intuitive Seitenlogik);

  • Links zu falschen oder nichtexistierenden Seiten.

Alle diese Mängel sind für die Benutzer frustrierend und irritierend. Sie verursachen nicht nur Zeitverlust sondern massiven Frust und führen manchmal den Benutzer (potentieller Kunde) zu Verzicht auf die Nutzung der Seite und dadurch auf Verlust des Geschäftes für diesen Seiten/Leistungsanbieter.


Obwohl solche Seiten irritierend sind, verursacht die Nutzung normalerweise keinen direkten oder indirekten Schaden für den Seitenbenutzer. Mit viel schlimmeren Konsequenzen ist sehr oft der Benutzer/Kunde jedoch dann konfrontiert, wenn die Seiten zu der Auswahl und Kauf von verschiedenstem Artikel dienen. Ungenaue Artikelbeschreibungen, falsche Dimensionierung von angebotenen Elementen (was besonders wichtig ist z.B. bei dem Kauf von Bauartikel) und Ungenauigkeiten diverser Art führen dazu, dass die Benutzer nicht richtigen Artikeln bestellen und kaufen. In Konsequenz werden falsche Artikel versandt, geliefert, durch den Benutzer gesichtet und letztendlich – sehr oft mit großem Aufwand seitens Benutzer – zurückgesendet. Und der Benutzer muss weiter nach gewünschtem Artikel suchen. Ziemlich oft bei einem anderem Anbieter.


Was verursacht solche Misstände?

Kurz gesagt: Schlamperei vom Seitendesignern, Seitenentwickler und Auftraggeber.

Es gibt viele Gründe für die Schlamperei, aber alle hier erwähnten Ursachen haben einen gemeinsamen Nenner: nicht ausreichendes oder nicht vollständiges Testen der Seiten. Aus Zeitdruck, falsch verstanden Sparmaßnahmen bei der Entwicklung oder Vernachlässigung von elementaren Qualitätsanforderungen.


Und wer leidet deswegen?

Wir alle!


Die Benutzer, weil sie sich irritieren, Zeit verlieren und mit Enttäuschung auf angebotenen Leistungen oder Einkäufe verzichten. Und die Seitenbesitzer, weil die Kunden ihre Geschäfte woanders abwickeln oder mit Reklamationen zurückkommen und auf weitere Transaktionen verzichten.


Wer will es?

Hoffentlich niemand. Obwohl bei manchen Serviceanbietern sind die Reklamationsseiten absichtlich nicht leicht zu finden oder führen ins Nirvana. Im Rahmen von unseren beruflichen Tätigkeiten sind wir interessiert fehlerhaften Internetseiten zu finden. Deswegen, liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie eine fehlerhafte Internetseiten finden, schicken Sie uns per Rückmeldung eine kurze Information.


Danke im Voraus!


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