Wasserversorgung der Karstinsel Brač
- Manfred Preyer
- 8. Jan. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Brač in Kroatien ist die drittgrößte Insel der Adria mit alten Olivenhainen, Schafhaltung und ruhigen Steindörfer. Brač hat mit dem Strand Zlatni Rat („Goldenes Horn“) mit der langen Kieszunge den bekanntesten Strand in Kroatien.

Speziell ist der Bračer Kalkstein, aus denen viele berühmte Wahrzeichen auf der ganzen Welt gebaut wurden. Darunter das Weiße Haus in Washington D.C., das Parlamentsgebäude in Wien und der Diokletianpalast in Split. Die meisten Steinbrüche sind noch aktiv.

In den letzten drei Jahren wurde im Bereich Wasserversorgung der Karstinsel Brač durch Modernisierung, Verlustreduktion und Digitalisierung viel zum Positiven verändert.
Alte Turbinen-Durchflussmesser werden durch magnetisch-induktive Messgeräte mit Datenlogger und Fernüberwachung ersetzt um schneller Wasserverluste zu entdecken. Neu eingeführt wurden Sensorik, Fernablesung und bessere Datenerfassung. Dadurch kann der Betreiber Verbrauchsspitzen, Rohrbrüche und Druckprobleme früher erkennen. Gleichzeitig soll der hohe Stromverbrauch der Pumpstationen sinken. Klimaanpassung wurde zum offiziellen Ziel.
Die Projekte werden ausdrücklich mit zunehmender Trockenheit und klimabedingtem Wasserdruck begründet. Brač galt seit der Antike als Beispiel dafür, wie mediterrane Inseln ihre Versorgung robuster machen können.
Brač ist trotz Karstinsel nicht autark – ein großer Teil des Trinkwassers kommt weiterhin über eine Leitung vom Festland (Cetina-System). Brač ist kein isoliertes Inselnetz, sondern Teil eines größeren dalmatinischen Wassersystems. Wasser stammt überwiegend aus dem Einzugsgebiet des Flusses Cetina auf dem Festland. Über Hauptleitungen wird es Richtung Küste und dann über Unterwasserleitungen auf die Inseln geführt. Auf Brač übernehmen Speicher, Pumpstationen und das Verteilnetz die Versorgung der Orte. Laut aktuellen Angaben betreibt das System rund 24 Reservoirs und 14 Pumpstationen. Von Brač aus bestehen enge infrastrukturelle Verbindungen Richtung Hvar; organisatorisch wurden die Wasserbetriebe inzwischen sogar zusammengeführt.
Deswegen wurde auch auf der Insel Brač in den letzten Jahren weniger Regenfall und eine erhöhe Luft. bzw. Meerwassertemperatur gemessen. Sollten diese Prozesse auch in Zukunft voranschreiten, dann ist das verletzliche Ökosystem der Insel in Gefahr. Durch die Einwirkung von Oberflächenwasser im Karstgestein ist auf der Insel ein System von hunderten Kavernen, Höhlen und Gruben entstanden. Durch die Verkarstung fließt das Wasser sehr schnell von der Oberfläche in den Untergrund ab.
Flache Karstinseln sind entscheidend von dünnen Süßwasserlinsen (Ghyben-Herzberg-Linse) abhängig. Dadurch entstehen artesische Brunnen, die das Meerwasser überlagern und als Quellen für die Wasserversorgung zu Tage treten.
Folgende sechs Grundwasserhabitate der Insel sind im Rahmen unserer Untersuchung vor Ort besichtigt worden: 1. Martinica-Quelle 2. Minjera-Miene 3. Jama u Kotliću-Grube
4. Jama na Bijaki-Grube
5. Jama u Podstražišću-Grube
6. Studenac-Quelle
Die Quelle "Martinica" in Bol ist in zwei Wasserhabitate unterteilt. Der Hauptstrom vom Quellenwasser ist limnisches Wasser. Das anchihaline Wasser fließt in tiefere Schichten, wo es eine Trennschicht zum salzhaltigen Meerwasser bildet.
In der Grube "Jama u Kotlicu", in Busko Blato und in der Miene "Minerva" beträgt übers Jahr zirka 10 Grad und entspricht somit der durchschnittlichen Lufttemperatur.
Bei allen Quellen gilt, dass es sich um ein hartes, kalziumreiches, Grundwasser handelt.
Aufgrund der Salzeintragung sind die Sedimente im Grundwasser limnisch und anchihalin (Altgriechisch ἄγχι ánkhi = nahe und ἅλινος hálinos = Salz).
Außerdem gibt es in der Nähe vom Dorf Nerežišća eine antike Wassermühle, die Dunaji Nerežišća, die jedoch im Sommer vollständig austrocknet. Das Wasser von der Mühle wird nicht zur Wasserversorgung herangezogen, weil es Bestandteil vom außergewöhnlichen Wasserversorgungssystem ist.
Von wo kommt das Leitungswasser auf der Insel Brač?
Das Leitungswasser auf der Insel Brač stammt aus Regenwasser, Oberflächenwasser und dem über Jahre angesammelten Grundwasser. Seit den Siebzigerjahren wird die Wasserversorgung auf der Insel auch über eine Wasserleitung vom Festland versorgt.
In den letzten zehn Jahren hat die Niederschlagsmenge um 20 Prozent abgenommen. Bis 2010 waren es ebenfalls 20 Prozent weniger Regen, aber für den Zeithorizont von 60 Jahren. Die Lufttemperatur hat im selben Maße zugenommen. Beide geänderten Parameter stellen einen zusätzlicher Stressor für die endemische Fauna und Flora dar. Die Ergebnisse der chemischen Analysen vom Grundwasser lassen sich nicht mit Analysen anderer Gebiete vergleichen. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass der Grundwasserhaushalt zumindest auf dem jetzigen Niveau aufrecht zu erhalten ist um ein Aussterben endemischer Arten nicht zu gefährden.
Auf der Insel Brač gibt es das Problem der Grundwasserkontamination durch Fäkalien Aufgrund von Sickergruppen, undichte septische Tankanlagen, Überdüngung in der Landwirtschaft und dem Einsatz von landwirtschaftlichen Chemikalien. Die dadurch verursachte Kontamination stellt eine Gefahr für die Menschen, Tiere und der Landwirtschaft dar.
Weiters treten im Hochsommer in den letzten Jahren vermehrt Großbrände auf. Zum Beispiel ist am 18. Juli 2025 ein Großbrand in Bol auf der Insel Brač in Kroatien, oberhalb des bekannten Strandes Goldenes Horn, auf Kroatisch „Zlatni Rat“ , ausgebrochen. Mehrere Einrichtungen, darunter ein Hotel und ein Campingplatz mussten evakuiert werden. Durch die Bora breitete sich das Feuer schnell aus.
