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Hochwasserschutz für die Lagunenstadt Venedig

Aktualisiert: 5. Mai


Venedig ist auf mehr als 10 Inseln erbaut, von 175 Kanälen durchzogen und kann auch mit Hilfe von 435 Brücken am besten zu Fuß oder per Boot erkundet werden. Die Lagunenstadt ist ein wässriges Labyrinth einer im Kern komplett autofreien Stadt, voller winziger Gässchen und versteckter Plätzen, kleiner Museen und alterwürdigen, jahrhundertealten Kirchen.


Aber der "La Serenissima" droht im wahrsten Sinne des Wortes der Untergang. Da sind zum einen morsche Holzpfähle, auf der die Häuser und Plätze der Stadt ruhen, die im Schlamm versenkt sind und über die Jahre morsch geworden sind beziehungsweise sich tiefer in den Untergrund schieben. Aus diesem Grund sind viele alte Gebäude im Erdgeschoss bereits unter Wasser und können nur in den oberen Stockwerken bewohnt werden. Acqua bassa, also Niedrigwasser, läßt diese Holzpfähle beginnen zu verfaulen, während das Acqua alta, also dasHochwasser, Beschädigungen an der Bausubstanz hervorrufen. Eine Sanierung durch zum Beispiel durch Betoneinspritzungen ist auf lange Sicht sogar kontraproduktiv und werden daher von der Stadt kaum weiterverfolgt. Die Hochwasser-Ereignisse in Venedig werden in der Regel von starken Regenfällen, Winden und hohem Meeresspiegel verursacht.


Zum anderen ist der relative Meeresspiegel in der Lagune im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits um mindestens 20 Zentimeter angestiegen. Unabhängige Messungen von mpindustries.at am Largo Punta Barbacale in Grado haben ebenfalls einen signifikanten Anstieg des Meeresspiegels um 20 Zentimeter in den letzten Jahrzenten feststellen müssen. Dadurch hat sich die Hochwassersituationen in Venedig verschärft und somit auch die Befürchtung der Behörden, dass die Lagunenstadt versinken könnte. Das Projekt MOSE verhindert flutbedingte Überschwemmungen in Venedig. Das MOSE-Projekt besteht aus mobilen Barrieren, die an der Mündung der Lagune bei Bedarf durch Einblasen von Luft in die Barrierekörper sich vom Meeresboden aufrichten und so innerhalb der Lagune einen niedrigeren Wasserstand als in der Adria aufrechterhalten sollen. M.O.S.E. besteht aus 78 mobilen Toren , wo Schiffe passieren können, die jeweils 20 m breit sind und sich an strategischen Orten befinden, um eine meeresseitige "Küstensperre" zu schaffen, die große Überschwemmungsereignisse minimieren wird.


Es gibt auch andere Maßnahmen, die von der Stadt Venedig und anderen Organisationen ergriffen werden, um Hochwasserschäden zu verhindern, darunter die Erhöhung von Gebäuden und Straßen, die Errichtung von Schutzzäunen und die Schaffung von Grünflächen, die das Hochwasser absorbieren können. Aber reicht ein Sturmflutschutz aus, um die Lagunenstadt vor einer möglicherweise ungewissen Zukunft zu schützen? Dies wollen wir unabhängig durch kontinuierliche Messungen und Beobachtung über die Jahre herausfinden. Wie sehr die Stadt und Lagune bedroht ist hängt nicht nur vom Meerwasserspiegel ab, sondern auch von flußseitigen Belastungen, alternden Holzpfählen und indirekt auch von Verfall


In Venedig gab es in der Vergangenheit immer wieder Hochwasser-Ereignisse, die zu erheblichen Schäden in der Stadt geführt haben. Eines der schlimmsten Hochwasser-Ereignisse in Venedig war das Hochwasser von 1966, bei dem fast die Hälfte der Stadt unter Wasser stand und zu erheblichen Schäden an Gebäuden und Kunstschätzen führte.


Es gab auch in jüngerer Vergangenheit wiederholt Hochwasser-Ereignisse in Venedig, darunter das Hochwasser im November 2019, bei dem einige Teile der Stadt unter Wasser standen und zu Schäden an Gebäuden und Kunstwerken führten. Das Hochwasser im November 2019 war das schwerste Hochwasser in Venedig seit dem Hochwasser von 1966.


M.O.S.E. wurde erst 2020 zum ersten Mal aktiviert und wird erst Ende 2023 voll funktionsfähig sein. Wenn Mose in Betrieb ist, dann ruht der Schiffsverkehr

 

Besondere Erreignisse mit Hochwasser in Venedig


10. Februar 2024:

Die Behörden in Venedig haben mitgeteilt, dass Mose aktiviert wird, da der Pegel wegen des Schirokko-Windes einen Stand von 110 Zentimetern über dem Normalstand übershritten hat. In den kommenden Tagen bis zum Ende des Karnevals am Dienstag werden Gezeitenhöchststände von über einem Meter erwartet.


4. November 2022: Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde am Freitag Hochwasser in Höhe von 1,1 Meter gemeldet. Die städtischen Behörden beschlossen daher die Aktivierung des Dammsystems MOSE.


7. November 2021: Es wurden die beiden Lido-Barrieren aktiviert, zuerst die im Treporti-Kanal und unmittelbar danach die im San Nicolò-Kanal um eine Überschwemmung zu vermeiden. 3. März 2021: In der Stadt herrscht ein extremes Niedrigwasser, viele Kanäle sind fast ausgetrocknet. Das „Acqua bassa“ stellt die an Hochwasser gewöhnten Anwohner vor neuen Herausforderungen: Die Flut fällt so niedrig aus, dass viele der Kanäle trocken sind. Die Gondeln liegen auf dem Trockenen, und das nicht nur in kleineren Wasserstraßen sondern auch am Canal Grande. Die Transportkette innerhalb der Lagunenstadt ist aus diesem Grund derzeit unterbrochen beziehungsweise sehr schwierig. Der Grund für das Phänomen Niedrigwasser ist das Wetter, die Windrichtung und der Vollmond, der sich auf die Gezeiten auswirkt. Dezember 2020: Zuletzt wurde Venedig im Dezember von Hochwasser heimgesucht, der Pegel stieg auf 1,37 Meter über dem Meeresspiegel, sodass auch der Markusplatz unter Wasser stand. Das im Herbst neu in Funktion genommene Dammsystem Mose half damals nicht – es war wegen einer Fehleinschätzung der Lage von den Behörden gar nicht aktiviert worden.


Oktober 2020 wurde das System erstmals bei einem vom Tiefdruckgebiet Brigitte verursachten Hochwasser mit einer prognostizierten Höhe von 130 cm erfolgreich zum Schutz Venedigs eingesetzt. 2003: Die Arbeiten an den MOSE-Barrieren gegen Hochwasser begannen 2003 und wurden zeitgleich an den Buchten Lido, Malamocco und Chioggia durchgeführt. Die mobilen Barrieren an den Buchten der Lagune werden vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr – Provveditorato Interregionale per le Opere Pubbliche del Triveneto, durch das Consorzio Venezia Nuova gebaut


Das "MOSE"-Projekt (Modulo Sperimentale Elettromeccanico), das von der italienischen Regierung entwickelt wurde, um Hochwasserschäden in Venedig zu verhindern, hat in der Vergangenheit viel Kritik erfahren. Einige der häufigsten Kritikpunkte am "MOSE"-Projekt sind:

  • Kosten: Das "MOSE"-Projekt ist sehr teuer und die Kosten werden auf über 5 Milliarden Euro geschätzt. Einige Kritiker argumentieren, dass das Geld, das in das Projekt investiert wurde, besser in andere Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasserschäden in Venedig investiert werden könnte.

  • Umweltauswirkungen: Das "MOSE"-Projekt wurde auch kritisiert, weil es möglicherweise negative Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte. Es wurde argumentiert, dass das Projekt die Lagune von Venedig beeinträchtigen und die Bewegungen von Fischarten und anderen Meereslebewesen behindern könnte.

  • Verzögerungen und Skandale: Das "MOSE"-Projekt wurde auch kritisiert, weil es von Verzögerungen und Skandalen betroffen war. Das Projekt wurde ursprünglich 2003 gestartet und sollte ursprünglich 2011 abgeschlossen sein, wurde aber immer wieder von Verzögerungen und finanziellen Schwierigkeiten behindert. Es gab auch Vorwürfe von Korruption und Bestechung im Zusammenhang mit dem Projekt.


 

Coworking-Spaces in Venedig und Mestre:


Arsenale Docks:

Adresse: S. Pietro di Castello, 40, 30122 Venezia, Italien.

Erreichbarkeit: In der Nähe des Arsenale-Geländes, etwa 20 Gehminuten vom Markusplatz entfernt.

Koordinaten: 45.4342° N, 12.3555° E.


BtheOne:

Adresse: Via Orlanda, 207, 30173 Venezia, Italien.

Erreichbarkeit: In der Nähe des Flughafens Marco Polo.

Koordinaten: 45.4984° N, 12.3379° E.


Coworking Cowo®:

Adresse: Via Giuseppe Paganello, 8, 30172 Venezia, Italien.

Erreichbarkeit: In der Nähe des Bahnhofs Venezia Mestre.

Koordinaten: 45.4969° N, 12.2428° E.


Flat:

Adresse: Via Torino, 133, 30174 Venezia, Italien.

Erreichbarkeit: In der Nähe des Bahnhofs Venezia Mestre.

Koordinaten: 45.4966° N, 12.2419° E.


Coworking Cowo® (in Mestre, Venedig):

Adresse: Via Torino, 107, 30172 Mestre VE, Italien.

Erreichbarkeit: In der Nähe des Bahnhofs Venezia Mestre.

Koordinaten: 45.4969° N, 12.2428° E.


Lemon:

Adresse: Via Don Federico Tosatto, 127, 30174 Venezia, Italien.

Erreichbarkeit: In der Nähe des Bahnhofs Venezia Mestre.

Koordinaten: 45.4966° N, 12.2419° E.





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