top of page

Sicherung kritischer Infrastrukturen bei Geothermiekraftwerken in Island

Aktualisiert: 6. Apr.


Bild 1 - Generator im Geothermalkraftwerk Hellisheiðarvirkjun, The Geothermal Exhibition


Der Ausfall einer kritischen Infrastrukturen hat erhebliche Folgen für die Sicherheit, das wirtschaftliche Wohl und die öffentliche Gesundheit auf die Bevölkerung eines Staates.

Die Energieversorgung mit Strom, Gas und Wärme gehört zu den kritischen Infrastrukturen und der Staat ist dazu verpflichtet die Versorgung sicherzustellen.

Islandische Geothermiekraftwerke benötigen umfangreiche Schutzmaßnahmen, da sie in hochaktiven vulkanischen Zonen liegen. Besonders das Kraftwerk Svartsengi auf der Reykjanes-Halbinsel zeigt, wie technische, bauliche und organisatorische Maßnahmen kombiniert werden, um Infrastruktur und Bevölkerung zu schützen.*


Warum sind besondere Sicherungsmaßnahmen nötig?


Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und verfügt über zahlreiche aktive Vulkansysteme. Geothermiekraftwerke befinden sich daher oft in Gebieten mit Erdbebenaktivität, Bodenhebung durch Magma, potenziellen Lavaströmen und Gasemissionen


.1 Frühwarnsysteme und geologische Überwachung:

Permanente Messung von Erdbeben, Bodenhebung und Magmaintrusionen.

Beim Kraftwerk Svartsengi registrierte das isländische Wetteramt eine massive Magmaansammlung von ca. 6 Millionen m³, die eine horizontale Magmabank bildete – ein Hinweis auf eine mögliche Eruption. Diese Daten fließen direkt in Notfallpläne ein.


.2 Technische Eingriffe in den Untergrund:

In Svartsengi wurde diskutiert, zusätzlich Wasser in Bohrlöcher zu injizieren, um aufsteigende Schmelze abzukühlen und so eine Eruption zu verzögern oder abzuschwächen. Solche Maßnahmen sind experimentell, zeigen aber Islands Innovationsbereitschaft.


.3 Bauliche Schutzmaßnahmen - Lava- und Schutzwälle:

Massive Barrieren sollen Lavaströme umlenken oder stoppen. In Svartsengi wurden während des letzten Ausbruches Meter hohe Schutzwälle errichtet, basierend auf Lavastrommodellen, die das Kraftwerk als gefährdet einstufen.


.4 Redundanz und Ausfallsicherheit:

Da Svartsengi Strom und Warmwasser für die Hauptstadtregion liefert, wäre ein Ausfall kritisch. Deshalb werden Ersatzsysteme und alternative Versorgungswege vorbereitet, um Strom- und Wärmeausfälle zu vermeiden.


.5 Evakuierungs- und Notfallpläne:

Enge Zusammenarbeit zwischen Zivilschutz, Wetteramt und Kraftwerksbetreibern. Für die nahegelegene Stadt Grindavík existieren detaillierte Evakuierungspläne, die bei erhöhter Aktivität sofort aktiviert werden.


Das Beispiel Svartsengi zeigt eindrucksvoll, wie Island kontinuierlich in Sicherheit investiert, um seine lebenswichtige geothermale Energieversorgung zu schützen.

Ausbau der Geothermalen Energie in Europa: Um den CO₂-Ausstoß zu verringern und unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden, müssen alternative Energien in großem Stil und stabiler verfügbar sein. Die Geothermie, also die Nutzung der Wärmeenergie aus dem Erdinneren, bietet hierfür enormes Potenzial. Laut einer Studie der Europäischen Union können bei flächendeckenden Einsatz rund 25 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Europa durch Geothermie gedeckt werden.

In Island wird die Geothermie intensiv genutzt und trägt hauptsächlich zur Energieautonomität bei.


Durch die Förderungsprogramme der EU, die z.B. über den „European Green Deal“ einen verstärkten Ausbau der Geothermie-Infrastruktur unterstützen, wird die Erschließung neuer Gebiete weiter vorangetrieben. Rund drei Kilometer unter Wien findet sich ein riesiges natürliches Thermalwasservorkommen. Wien Energie und die OMV arbeiten an der ersten Tiefengeothermie-Anlage für Wien in Aspern, die 2027 in Betrieb gehen soll. Quelle: https://www.wienenergie.at/iefengeothermie-aspern/#tiefengeothermie



 
 
bottom of page