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Beobachtungen Mose System in Venedig

Hochwasserschutz für die Lagunenstadt

 

Der relative Meeresspiegel in der Lagune ist im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um mindestens 20 Zentimeter angestiegen. Unabhängige Messungen von mpindustries.at hingegen konnten ebenfalls einen signifikanten Anstieg des Meeresspiegels in den letzten Jahren feststellen.

 

Dadurch hat sich die Hochwassersituationen in Venedig verschärft und somit auch die Befürchtung der Behörden, dass die Lagunenstadt versinken könnte. Das Projekt MOSE verhindert flutbedingte Überschwemmungen in Venedig. Das MOSE-Projekt besteht aus mobilen Barrieren, die an der Mündung der Lagune bei Bedarf durch Einblasen von Luft in die Barrierekörper sich vom Meeresboden aufrichten und so innerhalb der Lagune einen niedrigeren Wasserstand als in der Adria aufrechterhalten sollen.

 

Aber reicht ein Sturmflutschutz aus, um die Lagunenstadt vor einer möglicherweise ungewissen Zukunft zu schützen?

Dies wollen unabhängig durch kontinuierliche Messungen und Beobachtung über die Jahre herausfinden. Wie sehr die Stadt und Lagune bedroht ist hängt nicht nur vom Meerwasserspiegel ab, sondern auch von flußseitigen Belastungen, alternden Holzpfählen und indirekt auch von Verfall Aufgrund leerstehender Häuser wegen der exorbitanten Mietpreisen in der Serenissima ab.

7 November 2011:
Es wurden die beiden Lido-Barrieren aktiviert, zuerst die im Treporti-Kanal und unmittelbar danach die im San Nicolò-Kanal um eine Überschwemmung zu vermeiden. 

3. März 2021:
In der Stadt herrscht ein extremes Niedrigwasser, viele Kanäle sind fast ausgetrocknet. Das „Acqua bassa“ stellt die an Hochwasser gewöhnten Anwohner vor neuen Herausforderungen: Die Flut fällt so niedrig aus, dass viele der Kanäle trocken sind. Die Gondeln liegen auf dem Trockenen, und das nicht nur in kleineren Wasserstraßen sondern auch am Canal Grande. Die Transportkette innerhalb der Lagunenstadt ist aus diesem Grund derzeit unterbrochen beziehungsweise sehr schwierig. Der Grund für das Phänomen Niedrigwasser ist das Wetter, die Windrichtung und der Vollmond, der sich auf die Gezeiten auswirkt.

Dezember 2020:

Zuletzt wurde Venedig im Dezember von Hochwasser heimgesucht, der Pegel stieg auf 1,37 Meter über dem Meeresspiegel, sodass auch der Markusplatz unter Wasser stand. Das im Herbst neu in Funktion genommene Dammsystem Mose half damals nicht – es war wegen einer Fehleinschätzung der Lage von den Behörden gar nicht aktiviert worden.

 

2003:

Die Arbeiten an den MOSE-Barrieren gegen Hochwasser begannen 2003 und wurden zeitgleich an den Buchten Lido, Malamocco und Chioggia durchgeführt.  Die mobilen Barrieren an den Buchten der Lagune werden vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr – Provveditorato Interregionale per le Opere Pubbliche del Triveneto, durch das Consorzio Venezia Nuova gebaut